Während in Amerika die Weltmeisterschaft der Lieblingssportart unserer Medien begonnen hatte, machte sich am 13. Juni eine kleine Garnsdorfer Delegation auf den Weg in den Süden Deutschlands, um dort am darauffolgenden Tag Vereinsgeschichte zu schreiben.
Doch zuvor ein kurzer Rückblick: Im Frühjahr 2025 begann Pascal Steidten gemeinsam mit seinem Trainer, gezielt für die Qualifikation zum Deutschland-Cup zu trainieren. Ein Meilenstein, den der ATV Garnsdorf bisher noch nie erreicht hatte. Zur Sachsenmeisterschaft 2026 wurde dieses Ziel schließlich Realität: Erstmals gelang die Qualifikation – und das nicht nur Pascal selbst, sondern auch seinem Trainer Daniel Streller, welcher bei den Erwachsenen turnt.
Nachdem im Vorfeld Fahrten, Verpflegung und Unterkunft geplant wurden, starteten unsere Teilnehmer unterstützt durch Tobias Vogel und Kevin Steidten in Richtung Bayern. Erstes Ziel war ihr Hotel in Tittmoning. Nach ihrer Ankunft wurde der Abend genutzt, um sich zu stärken, das kleine Städtchen zu besichtigen und eine letzte Trainingseinheit auf dem örtlichen Spielplatz zu absolvieren. Am Tag darauf wurde es ernst: Es ging weiter zur Bergader Sportarena in Waging am See. Da es für Daniel erst am Nachmittag an die Geräte ging, lag der Fokus am Vormittag vollständig auf Pascal, der anschließend aus seiner Sicht vom Wettkampf berichtet.


Als wir die Halle betraten, stieg bei mir langsam die Aufregung. Doch das Einturnen lief ausgesprochen gut und sorgte für ein zuversichtliches Gefühl vor dem Wettkampf. Mein Startgerät war der Barren. Dass er derzeit mein stärkstes Gerät ist, konnte ich im Wettkampf unter Beweis stellen und wurde mit 12,35 Punkten belohnt. Eine Wertung, die mich nicht nur zufrieden in den Wettkampf starten ließ, sondern sich später auch als Barrenhöchstwertung in meiner Altersklasse herausstellen sollte. An den Folgegeräten Reck, Boden, Pferd und Ringe konnte ich weitere sehr gute Übungen präsentieren. Mit dem Sprung stand schließlich das letzte Gerät des Wettkampfes bevor. Das Einturnen verlief dabei alles andere als optimal, entsprechend groß war der Druck vor meinen Wettkampfsprüngen. Als ich den ersten Sprung dann ohne Sturz turnte, war die Erleichterung riesig. Damit war es einer der besten Wettkämpfe, die ich jemals geturnt habe, wodurch ich mir am Ende den 3. Platz sichern konnte. Am Nachmittag nutzte ich die Gelegenheit, Daniel anzufeuern, der im Anschluss seinen Wettkampf aus seiner Sicht schildert.

Durch Pascals Erfolg motiviert, verlief mein Einturnen zu Beginn zufriedenstellend. Am Barren, den ich als vorletztes einturnte, merkte ich jedoch, dass mir etwas Kraft fehlte, da ich seit dem Frühstück nichts mehr gegessen hatte. Bis zum Wettkampfbeginn versuchte ich, den Energiemangel mit Traubenzucker auszugleichen. Am ersten Gerät, dem Sprung, zeigte sich, dass diese Maßnahme funktioniert hatte. Mit einer Landung in den sicheren Stand startete ich erfolgreich in den Wettkampf. Es folgte der Barren, bei dem mir die fehlende Kraft vor allem beim Abgang Sorgen bereitete. Im Wettkampf gelang mir die Übung jedoch problemlos. Nachdem ich auch am Reck sauber durchturnte, führte die Landung meines Doppelsaltos am Boden zu etwas höheren Abzügen als gewohnt. Einen weiteren Fehler erlaubte ich mir im restlichen Wettkampf nicht mehr. Sowohl am Pferd als auch an den Ringen konnte ich meine Trainingsleistung im Wettkampf umsetzen. Insgesamt turnte ich 74,00 Punkte, erreichte damit eine neue persönliche Mehrkampf-Bestleistung und belegte den 4. Platz. So ging für den ATV Garnsdorf ein Wochenende zu Ende, das sportlich kaum erfolgreicher hätte sein können. Die Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, dass auch in unserem kleinen Verein Turner ausgebildet werden, die auf nationaler Ebene konkurrenzfähig sind. Dass am Abend auch die deutsche Fußballnationalmannschaft Grund zum Jubeln hatte, sei der Vollständigkeit halber erwähnt. Die eigentliche Erfolgsgeschichte des Wochenendes spielte sich aus Garnsdorfer Sicht jedoch in der Turnhalle ab.

